Führungspersönlichkeiten - Ausstrahlung von Stärke & Wärme



Veröffentlicht am 28. May, 2014 durch admin

Wer sich für das Stärke & Wärme Konzept von Neffinger/Kohut basierend auf Amy Cuddy in Verbindung mit Führung (von Dr. Verena Mayer) interessiert:

Link: Führungspersönlichkeit Stärke Wärme

Robert Kegan - Entwicklungsstufen des Selbst



Veröffentlicht am 28. May, 2014 durch admin

Anbei, weil es so interessant ist, eine kleine Übersicht zu den Entwicklungsphasen Robert Kegans, die ich mit dem Stärke/Wärme Konzept basierend auf Amy Cuddy (Powerposing) verknüpft habe. Wer mehr dazu erfahren will, kann sich gerne bei mir melden. Herzliche Grüße, Dr. Verena Mayer

Link PDF: entwicklungsphasen-kegan

Persönlichkeitsmodell nach Brian Little



Veröffentlicht am 22. April, 2013 durch Dr. Verena Mayer

Die Entwicklung der „Person im Kontext“ wird bildlich dargestellt im „Sozial-ökologischen Persönlichkeitsmodell (B. Little)“. Kurz und vereinfacht dargestellt gehen wir mit B. Little davon aus, dass neben der Disposition (i.e. angeborener Charakter, Temperament, stabile Eigenschaften) auch das Umfeld die mit Zielen, Absichten, Bestrebungen etc. verknüpften Handlungen (Verhalten) die Persönlichkeit beeinflusst (vgl. hierzu auch antrainierte freie Eigenschaften, free traits, Brian Little). Somit gehen wir (in Übereinstimmung mit A. Freund, A. Elliot, D. McAdams, W. Swann) von der Grundüberzeugung aus, dass Persönlichkeitsentwicklung im Kontext der biologischen Ausstattung und Entfaltung der Person in der Auseinandersetzung mit und der Erkundung der persönlichen Umwelten stattfindet und dass „persönliche Ziele Ausdruck der proaktiven Interaktionen zwischen Personen und ihrer Umgebung in der Zeit“ (A. Freund) sind. Das sozialökologische Persönlichkeitsmodell von Brian Little stellt diesen Prozess dar. Auch rekurriert es auf eine möglichst positive Gestaltung des Lebens; zur Sinnhaftigkeit und Verantwortung des Handelnden (engl. agent).

sozial-okologisches-personlichkeitsmodell-b-little

Persönlichkeitsentwicklung und Führung



Veröffentlicht am 5. September, 2011 durch admin

Anbei ein Artikel über Führungspersönlichkeiten: stein-mayer-pe-und-mitarbeiterfuhrung

VDMA: matchING-Ingenieure finden, binden und entwickeln



Veröffentlicht am 2. November, 2010 durch admin

Ziel des Projektes MatchING des Deutschen Verbandes für Maschinen- und Anlagenbau  ist die Entwicklung von Konzepten für kleine mittelständische Unternehmen, um Ingenieure zu finden, zu binden und zu entwickeln und um so dem Fachkräftemangel strategisch entgegenwirken zu können. Im Zuge dieses Projektes entwickelte Dr. Verena Mayer Konzepte, Leitfäden und Checklisten für die folgenden Bereiche:

 Was für einen Mitarbeiter brauchen wir ? Jemand der stabilisiert oder jemand, der für Innovation sorgt?
Mehr dazu aus der MatchING-Box:  vdma-matching-personlichkeiten

Positions- und Anforderungsanalyse. Analyse der fachlichen Anforderungen, Erwartungen an den neuen Positionsinhaber.

Tipps und Checklisten zu Stellenanzeigen, Sichten von Bewerbungen, Personalauswahl, Vorstellungsgespräche, Gehaltsverhandlungen, erfolgreiche Einarbeitung/Integration etc.)

Analysetool für Beratung



Veröffentlicht am 2. November, 2010 durch Verena Mayer

Als Berater, sei es Organisations-  oder Personalberatung, stößt man oft auf komplexe Beratungssituationen, die schwer eingeschätzt werden können.  Anbei findet sich das Handout meines Vortrags (IOD Forum, Frankfurt 2010) wo ein Analysewerkzeug für komplizierte Beratungssituationen vorgestellt wird:

vm-pras-iod-2010-final-version-pp2003-kompatibilitatsmodus

Dieter Stein - Persönlichkeitsentwicklung und Selbstkonzept



Veröffentlicht am 1. October, 2009 durch admin

Was folgt ist ein Gedankengang zum Thema ‘Persönlichkeitsentwicklung und Selbstkonzept’ (PDF)

Dr. Verena Mayer - Reife: Die Entwicklungsphasen von Robert Kegan



Veröffentlicht am 29. July, 2009 durch Verena Mayer

 

Entwicklungsphasen nach Robert Kegan - Ein Überblick 

 Die entwicklungsorientierte Diagnose hilft, das Potenzial eines Menschen zu erkennen.

Je nach Reifegrad unserer Entwicklung, haben wir verschiedene Sichtweisen auf die Welt und konstruieren die Welt verschieden, so dass sich unser Denken und damit auch unser Handeln und Verhalten unterscheidet.

 Wissenschaftliche Grundlagen

 Die entwicklungsorientierte Diagnose fühlt sich der entwicklungspsychologischen Tradition verpflichtet und basiert auf den Arbeiten von Jean Piaget, Robert Kegan (1982, 1994), Otto Laske (2006).

Im Gegensatz zu den populären Trait-Theorien, die davon ausgehen, dass die Entwicklung der Persönlichkeit eines Menschen in der Adoleszenz endet und dass Persönlichkeiten somit statisch sind, postuliert die entwicklungspsychologische Tradition, dass wir uns bis ins hohe Alter stetig weiterentwickeln. Wir passen uns an die Erfordernisse unserer sich verändernden Umwelt an. Wir ändern unsere grundlegenden Überzeugungen über die Welt. Unsere Persönlichkeit reift.

Natürlich können Veränderungen und Weiterentwicklung mit Konflikten und Brüchen einhergehen. Durch entwicklungsorientiertes Coaching können wir in unserer Reifewerdung begleitet werden, um unsere Überzeugungen, unsere Weltsicht, unser Denken, Handeln und damit auch unser Verhalten verändern zu können, so dass wir unserer Umwelt mit ihren Anforderungen nicht nur gewachsen sind, sondern diese dynamisch neu formen.

 

Entwicklung - ein erster Zugang 

 Kegan betrachtet die persönliche Entwicklung des Menschen als einen vom Menschen aktiv betriebenen Prozess.

Entwicklung findet als Antwort auf die Interaktion zwischen dem Menschen und seiner Umwelt statt. Werden wir mit Informationen, Sachverhalten konfrontiert, die nicht mit unserer existierenden Weltsicht in Bezug auf uns oder unsere Umwelt übereinstimmt, können wir aus dem Gleichgewicht kommen, in einen inneren oder äußeren Konflikt geraten. Um unser Gleichgewicht wieder zu finden und den inneren oder äußeren Konflikt zu lösen, passen wir unsere Weltsicht/unsere Überzeugungen an die neue Information, den neuen Sachverhalt an.
Unsere Sicht auf die Dinge, unsere bisherige Art unsere Umgebung zu interpretieren, unsere Überzeugungen ändern sich.

Unsere Weltsicht, unsere Überzeugungen und damit auch unser Reifegrad stehen in einem direkten Zusammenhang mit der Reflexion über das eigene Leben. Reflektieren kann man nur über das, was „Objekt” ist. Über Dinge, Sachverhalte oder auch Aspekte unseres Ichs, die nicht (mehr) zu uns gehören; die getrennt von uns sind. (Über Aspekte unseres Ichs, die uns unbewusst sind, von denen wir nicht getrennt sind und die unser Ich konstituieren, kann nicht reflektiert werden.) Diese Reflexion schlägt sich in selbst konstruierten Sichtweisen nieder - in der Art, wie wir die Welt sehen und wie wir unsere Umgebung interpretieren.

Mit Kegan und Laske unterscheiden wir die folgenden vier Phasen der Entwicklung des erwachsenen Menschen, die sich dadurch unterscheiden, wie sehr ein Mensch in der Lage ist, sich Aspekte seines Ichs bewusst zu machen, diese zu objektivieren und über diese zu reflektieren. So nimmt der Reflexionsgrad mit jeder Phase zu. Unser „Ego” wird damit in jeder Phase kleiner:

 2. Entwicklungsphase

 Subjekt/“Ego“: die eigenen Bedürfnisse, Ziele, Wünsche
Reflektiert über: seine Impulse

3. Entwicklungsphase

 Subjekt/“Ego“: Beziehungen
Reflektiert über: die eigenen Bedürfnisse, Ziele, Wünsche

 4. Entwicklungsphase

 Subjekt/“Ego“: Werte, Prinzipien, Überzeugungen
Reflektiert über: seine Beziehungen

 5. Entwicklungsphase  

Reflektiert über: die eigenen Werte, Prinzipien, Überzeugungen, das
eigene Ich.
Subjekt/“Ego“:

 

Während ein Mensch in der zweiten Entwicklungsphase über seine Wünsche, Bedürfnisse geleitet wird, d.h. seine Umgebung durch die Brille seiner Bedürfnisse sieht und seine Bedürfnisse Subjekt sind, hat er gelernt, über seine Impulse zu reflektieren. Seine Impulse sind Objekt und können somit gesteuert werden.

In der dritten Entwicklungsphase kann er über seine Bedürfnisse, die in der vorhergehenden Phase noch zu ihm gehörten, objektiv reflektieren. Er hat sein vorheriges Ich überwunden. Er hat gelernt, sich nicht mehr über seine Bedürfnisse zu definieren. Dies führt dazu, dass seine Bedürfnisse nicht mehr an erster Stelle stehen. Jetzt gewinnen Beziehungen an Bedeutung. Der Mensch wird über seine Umgebung, seine Beziehungen bestimmt. Er kann über diese nicht objektiv reflektieren und wird über Erwartungen und Verpflichtungen anderer geleitet und versucht diesen zu genügen.

Ein Mensch in der vierten Phase hat gelernt, sich von seinen Beziehungen zu lösen. Er wird nicht mehr über seine Umgebung bestimmt und kann über diese reflektieren. Er ist autonom. Subjekt sind jetzt Werte, Prinzipien und Überzeugungen, zu denen er erst in der fünften Entwicklungsphase eine objektive Distanz gewinnt, so dass er sich jetzt die Werte, Überzeugungen bewusst zu Eigen macht, sein Leben bewusst danach ausrichtet und auch andere Menschen, als Individuen mit eigenen Überzeugungen, Werten sieht.

 So entwickelt sich der Mensch innerhalb der zwei Pole Ich und Wir/Umwelt:

Die zweite Phase ist eine Ich-Phase. Wichtig sind nur die eigenen Bedürfnisse. Andere Menschen dienen dazu, diese zu erfüllen. In der zweiten Phase entsteht das Persönlichkeitsprofil eines Menschen. In dieser Phase werden Impulse kontrolliert, Kraft wird entwickelt („Ich will”). Menschen probieren sich aus. Sie ersuchen ein Umfeld zu suchen, in dem sie sich entwickeln können, ihre Rolle in der Gesellschaft finden können, sich finden können und welches Vorbilder liefert, die zur Orientierung dienen. Ein Mensch in dieser Phase sucht sich seine Nische (Freundeskreis, Familie, Vereine), entwickelt sein Persönlichkeitsprofil, eruiert seine Stärken. Da in dieser Phase das Persönlichkeitsprofil erst entwickelt wird, hat der Mensch selber haben keinen Einblick in seine Persönlichkeit. Der Grad der Selbstreflexion ist so gut wie nicht vorhanden.

Die dritte Phase ist eine Wir-Phase. Andere Menschen sind wichtig und sogar so wichtig, dass sie als Bezugsrahmen für sein Leben gelten. Während über andere reflektiert wird, wird das Selbst nur über diese bestimmt. Eine richtige Selbstreflexion findet auch hier nicht statt.

Die vierte Phase ist wieder eine Ich-Phase; wenn auch von anderer Qualität. Der Mensch hat sich von seinem Bezugsrahmen gelöst, kann über seine Beziehungen und seine Verbindung zu anderen Menschen und zu seiner Umwelt reflektieren und diese regulieren. Ein Mensch dieser Phase ist autonom, hat sich gefunden und grenzt sich von seiner Umwelt ab (Individuation). Seine Persönlichkeit ist gereift. Selbstreflexion findet statt. Er sieht Beziehungen und seine Umwelt durch die Brille seiner Werte, Überzeugungen und geht deswegen auch anders mit seinen Mitmenschen um, wie er es in der ersten Phase gemacht hat.

Die fünfte Phase ist wieder eine Wir-Phase. Hier wendet sich der Mensch wieder anderen Menschen zu. Auch hier unterscheidet sich diese Zuwendung qualitativ wieder von der vorherigen Wir-Phase. Er wird nicht über seine Mitmenschen bestimmt (diese Phase hat er schon lange hinter sich gelassen), sondern wendet sich anderen Menschen aufrichtig, wertschätzend und einfühlend zu. Starke Selbstreflexion, da ein Mensch in dieser Phase über seine Werte, Überzeugungen reflektiert (diese hinterfragt) und über sein darauf basierendes Verhalten gegenüber anderen.

Entwicklung findet immer von der zweiten Phase bis zur fünften Phase statt. Keine Phase kann übersprungen werden. Jede Phase ist konstitutiv für den Übergang in die nächste Phase.

 

Entwicklung - differenzierter:

Die zweite Entwicklungsphase

 In dieser Phase wird der Mensch über seine Bedürfnisse, Wünsche, Ziele und Interessen bestimmt. Er sieht die Welt durch die Brille seiner Bedürfnisse, Wünsche, Ziele und Interessen und ist nicht in der Lage über diese zu reflektieren. Daher versucht er seine Umwelt seinen Bedürfnissen anzupassen. Um dies zu erreichen, muss er strategisch agieren. Die Welt ist für ihn wie ein Schachspiel. Seine Umwelt, die Handlungen der anderen werden kalkuliert, vorhergesehen, um zu verhindern, dass die Realität für ihn ungewiss bleibt und er nicht weiß, ob sein Handeln der Erfüllung seiner Wünsche dient.

In dieser Phase hat der Mensch auch gelernt, seine durch Gefühle unmittelbar ausgelösten Handlungen zu kontrollieren. Mit dieser Fähigkeit gewinnt er ein neues Gefühl von Freiheit, von Macht, von Unabhängigkeit und vor allem von Einflussvermögen. Er sieht den Ereignissen der Welt nicht mehr Tatenlos zu, funktioniert nicht mehr nur, indem er mit Handlungen auf die Welt reagiert, sondern er agiert. Er kann selber entscheiden, wann und wie er handelt, ob er überhaupt handeln möchte. Er kann sich am Geschehen aktiv beteiligen und den Gang der Dinge beeinflussen. Der Mensch erlebt seine Kraft, seine Kontrolle und sein Einflussvermögen. Er ist aktiv, ist ein Macher und beeinflusst seine Umwelt mit viel Energie.

Weitere Charakteristika:

Phase eingeschränkter Selbsterkenntnis (Da in dieser Phase die Persönlichkeit erst entsteht, interessiert man sich weder für sein Ich, noch für das der anderen)
„Ich bin meine Bedürfnisse”
Einschätzung der gesellschaftlichen, konventionellen Regeln. Spielt mit den Regeln zu seinem eigenen Vorteil.
Hedonist: möchte seine Bedürfnisse erfüllen. Das gute Leben ist das leichte und glückliche Leben. Freundschaften gehören zu den guten Dingen des Lebens und werden wie Geld gesammelt.
Stagniert jemand in dieser Phase, wird er möglicherweise opportunistisch und täuschend in Beziehungen mit anderen
Egozentrische Weltsicht (alles wird auf sich und seine Bedürfnisse bezogen)
Unzusammenhängendes Denken
Schwache Sozialisation
Defensives Verhalten (die anderen sind schuld)
Kommunikation ist nicht offen, oft ambivalent (Meinungen sind mal so mal so)

 

 Die dritte Entwicklungsphase

 

In dieser Phase hat sich der Mensch aus dem Eingebundensein in die eigenen Bedürfnisse gelöst. Er kann über seine Wünsche, Interessen reflektieren und ist so fähig, in seinen zwischenmenschlichen Beziehungen verschiedene Bedürfnisse zu steuern, zu koordinieren und Prioritäten zu setzen.
So kann er jetzt wechselseitige, einfühlsame Beziehungen aufbauen und eine gemeinsame Realität schaffen. Seine Stärke liegt im Umgang mit anderen. Die Kontrolle wird eingestellt. Die Umwelt muss nicht mehr vorhergesagt und kalkuliert werden, da der Mensch nicht mehr durch seine Bedürfnisse bestimmt wird. Ein Mensch in dieser Phase ist durch seine Beziehungen bestimmt. Er braucht den anderen, um seine Person zu vervollständigen. Der andere wird zum Bezugsrahmen, an dem er sich orientiert. Die mit Beziehungen verknüpften Verpflichtungen, Erwartungen beherrschen den Menschen. Er identifiziert sich mit den durch seine Mitmenschen etablierten Normen oder Standards. Das, was von seinen Mitmenschen als wichtig und richtig angesehen wird, ist es auch und dient ihm als Orientierung.

Weitere Charakteristika:

Beginnende Selbsterkenntnis (dadurch, dass er sich für das Ich der anderen interessiert und auf sich projiziert, „Ich bin wie alle anderen”)
Identifikation des eigenen Wohls mit dem Wohl einer Gruppe
Definiert sich durch die Loyalität zu einer Gruppe /Organisation
Werte: Kooperation, Nettigkeit, Loyalität zu einer Gruppe
Legt Wert auf Regeln, akzeptierte soziale Konventionen und materiellen Besitz
Das äußere Erscheinungsbild ist wichtig (der Schein ist relevant)
Möchte stabil wirken.
Ziele: Harmonie, Nähe zu Personen, Identifikation mit einem anderen Menschen, Sharing, einen besonderen Freund finden, der ähnlich/gleich ist („Seelenverwandtschaft” statt Individuation), die Ähnlichkeit mit einem anderen Menschen ist etwas positives, Andersartigkeit ist eher negativ.
Das Wohl des besonderen Freundes ist genau so wichtig wie sein eigenes Wohl.
Sozialisation: Werte, Normen und Standards des sozialen Kontextes werden adaptiert. Die Realität wird aus der Perspektive des Kollektivs gesehen.
Konstruktion einer kohärenten Lebensgeschichte. Brüche, Wendepunkte, innere/äußere Konflikte werden nicht erkannt/sind unbewusst.
Man ist wie alle anderen. Gehört ganz zu seinem Berufsstand: „Ich bin Berater”, „Ich bin Jurist”

 

 

 

Die vierte Entwicklungsphase

 

Der Übergang in die nächste Phase wird oft durch die Erkenntnis ausgelöst, dass man es unmöglich ist, allen Standards und Normen seiner Gruppe zu entsprechen, durch die er bestimmt ist.

Weitere Charakteristika:

Langsamer Bruch mit der Gruppe; man erkennt andere Möglichkeiten und entwickelt ein Selbstbewusstsein.
Individualität wird gesucht, „Was unterscheidet mich von den anderen?”
Aufkommende Fragen wie „Wer bin ich?”, „Wie passe ich in die erwachsene Welt?”
Suche nach Identität
Identität bedeutet Einzigartigkeit und Zweck im Leben.
Ein neues Ich wird konstruiert, welches das Selbst in der Arbeitswelt und in der privaten Welt inkorporiert und Möglichkeiten bietet, einzigartige Talente, Dispositionen und Neigungen auszudrücken.
Das Ich in der Übergangsphase ist ein Identity-Maker.

 

 

In der vierten Entwicklungsphase löst sich der Mensch vom zwischenmenschlichen Bezugsrahmen. Er erhält Identität unabhängig von anderen. Jetzt ist er von anderen unabhängig, ist selbständig und gehört ganz sich selbst. Über Beziehungen kann reflektiert werden. Von Personen, mit denen man sich einst identifiziert hat, wird Abstand genommen. Der Mensch hat sich gefunden und ist gereift. Er hat erfolgreich die Ziele der letzten Phase angestrebt und hat nun in seinen Augen das Anrecht erworben, sich über die breite Masse zu erheben, mit all seinen Fähigkeiten gesehen zu werden und zu glänzen. Leistungen sind für ihn ausschlaggebend. Er identifiziert sich mit seiner Berufslaufbahn. Er hat sich aus der Gefangenschaft der zwischenmenschlichen Beziehungen befreit und kann sich selbst steuern.
In dieser Phase wird der Mensch durch seine Werte und Prinzipien geleitet und orientiert sich
daran. Andere Menschen werden als Teil einer Gemeinschaft gesehen, die nach den gleichen
Werten, gleichen Überzeugungen leben oder eben nicht.
Allerdings gibt es kein Selbst, das sich über die Forderungen stellt, die sich aus den Überzeugungen ergeben. Die Überzeugungen sind nicht begründet, nicht reflektiert. Der Mensch hat große Mühe, von sich Abstand zu nehmen und seine eigenen blinden Flecken zu erkennen.

Weitere Charakteristika:

Selbsterkenntnis: Man wird sich immer mehr seines Innenlebens/Gefühlslebens bewusst; seiner Individualität. („Ich bin anders als alle anderen”, „Ich bin Ich”)
Konventionelle Standards der Gruppe, durch die man geleitet wurde, weichen eigenen Standards.
Entwicklung eigener/persönlicher Ziele; eigener/persönlicher Ideale.
Die eigenen Ziele entsprechen nicht mehr der Ziele der Gruppe, sondern sind persönliche Ziele, die langfristig sind und zu einem passen/individuell sind.
Persönliche Leistung ist wichtig
Man ist nicht mehr wie alle anderen und nicht mehr nur „Jurist”, sondern auch „Mutter”, „Ehefrau”, „Ich” etc.
Man wird selbstkritisch und denkt differenziert.
Man entwickelt Verantwortungsbewusstsein über sein eigenes Leben (nicht mehr die anderen sind schuld) und damit auch über das Leben anderer.
Menschliches Verhalten wird nun als basierend auf Eigenschaften, Motive, Ziele verstanden. (psychologische Kausalität des Verhaltens)
Man hat Einsicht in die eigenen persönlichen Eigenschaften, Motive, die hinter dem Verhalten liegen.
Man findet interpersonelle Kommunikation nicht einfach
Man erfährt sein reiches und differenziertes Innenleben. Widersprüche und Paradoxe werden beginnend toleriert
Denken: steigende Komplexität, mehrere Perspektiven werden angenommen.
Konventionelle Do’s und Do not’s (durch Eltern, Schule, Gesellschaft, Religion, Staat angeboten) werden transzendiert. Generellere, höhere Perspektiven werden angenommen, die komplexer und persönlicher sind.
Die eigene Lebensgeschichte wird nicht kohärent erzählt. Brüche, Wendepunkte, Konflikte werden ausgedrückt.
Toleranz für die Individualität anderer wird erworben
Bewusstwerdung des Konflikts zwischen Individualität und emotionaler Abhängigkeit von anderen.
Obwohl noch nicht realisiert wird, dass Konflikte ein inhärenter Teil des Lebens sind, wird die Fähigkeit gesteigert, Widersprüche und Paradoxe zu tolerieren. Ein Zeichen größerer innerer Komplexität.
Man blickt mit vielen Perspektiven.
Es werden Unterschiede zwischen innerer Wirklichkeit und äußerer Erscheinung gemacht (Äußerlichkeiten werden zunehmend unwichtiger).

 

 Die fünfte Entwicklungsphase

 

Der Mensch in dieser Entwicklungsphase ist in der Lage über seine Überzeugungen, Werte, Prinzipien zu reflektieren. Sie werden unabhängig von ihm selbst gesehen. Eine grundlegende Auffassung über bestimmte Werte entsteht. Andere Menschen werden nicht mehr als Teil einer Gemeinschaft gesehen, die gewisse Werte befolgen oder nicht befolgen. Menschen sind Individuen, die selbst Werte setzen. So kann er sich anderen nun wirklich aufrichtig zuwenden. Beziehungen sind jetzt Beziehungen, wo andere ihre Identität wahren können. Andere Menschen mit anderen Überzeugungen werden nicht nur toleriert, sondern es wird versucht, sich empathisch in sie hineinzuversetzen, um ihre Überzeugungen kennenzulernen. Der Mensch ist mit sich selbst intim. Er gehört ausschließlich sich selbst. Er möchte sich nicht mehr von anderen abheben, sondern ist selbstkritisch und bescheiden. So ist Leistung für ihn nicht mehr das einzig Ausschlaggebende. Er identifiziert sich nicht mehr durch seine Berufslaufbahn. Das Ich wird immer wieder dekonstruiert. Der Mensch befindet sich ein einem Zustand, wo er sich selbst nicht mehr definieren muss, sondern sich immer wieder neu sucht und neu entdeckt. Nichts ist statisch. Alles ist im Fluss. So ist ein Mensch in dieser Phase immerwährend selbstreflexiv. Diese Selbstreflexivität ist der zentrale Aspekt seines Ichs. Sie bezieht sich allerdings nicht nur auf seine einzelnen Handlungen, Überzeugungen, Gefühle, sondern wirkt aus einer Metaposition auf die verschiedenen widersprüchlichen Teile seines Ichs, die in ihrer Widersprüchlichkeit akzeptiert werden.

Weitere Charakteristika:

Fähigkeit mit dem Konflikt zwischen Individualität und emotionaler Abhängigkeit umzugehen.
Toleranz für Mehrdeutigkeiten (mehrere Wahrheiten)
Kognitive Komplexität
Respektiert die Autonomie anderer und erkennt die Notwendigkeit emotionaler Interdependenz. Er erkennt, dass niemand wirklich unabhängig und autonom ist. Die Ichs sind in gegenseitiger Abhängigkeit verbunden. Das Ich bewegt sich so näher an Menschen.
Selbsterfüllung ersetzt persönliche Leistung.
Eine Person in dieser Phase drückt Gefühle plastisch und überzeugend aus. Auch sinnliche Erlebnisse, schmerzliches Leid/Bedauern. Existenzieller Humor, der auf dem paradoxen Leben beruht.
Formuliert allumfassende, abstrakte soziale Ideale und entscheidet diesen gemäß.
Sieht die Realität als komplex und facettenreich
Koordiniert die Identitäten seines Lebens mit denen anderer und formt so ein bedeutsames Ganzes.
Egolose Phase: Beobachtet sich nicht mehr selber (kann sich im Gespräch ganz auf andere einlassen, ohne dauernd auf sich selbst zu achten))

 

Literatur:
Kegan, Robert (1986). Die Entwicklungsstufen des Selbst. Fortschritte und Krisen im menschlichen Leben.
Kindt Verlag GmbH, München.
Kegan, Robert (1991). In Over Our Heads. The Mental Demands of Modern Life. Harvard University
Press, Cambridge, Massachusetts.
Laske, Otto E. (2006). Measuring Hidden Dimensions. The Art and Science of Fully Engaging Adults.
IDM Press, Medford, USA.
Rich Harris, Judith (2000). Ist Erziehung sinnlos? Warum Kinder so werden, wie sie sind. Rowohlt
Taschenbuch Verlag, Hamburg.

Kurzbeschreibung Projekt Persönlichkeit und Reife



Veröffentlicht am 14. July, 2009 durch Verena Mayer

Interessantes zum Thema Persönlichkeitsentwicklung des erwachsenen Menschen

Kurzbeschreibung Projekt Spannungsfeld Organisation und Individuum



Veröffentlicht am 14. July, 2009 durch Verena Mayer

Interessantes zu den Themen Umgang mit Anforderungen an Mitarbeiter, Unternehmenskultur, Wertewelten, soziale und emotionale Kompetenzen, Wachstum oder Anpassung, Veränderungsfähigkeit